Nur weil Unternehmen derzeit „von remote“ arbeiten, sind sie weder automatisch digitalisiert noch transformiert. Was die neue Normalität für die Arbeitswelt bedeutet und wie Unternehmen damit umgehen sollten, möchte wir in diesem Artikel beleuchten.

Die neue Normalität digitaler Zusammenarbeit

Für die neue Normalität oder „New Normal“ eine allgemeine Definition zu finden ist schwierig, da die Veränderungen unterschiedliche Ausprägungen haben. Wichtig ist, diese neue Normalität nicht nur der Covid-19 Pandemie zuzuschreiben. 

Natürlich haben wir aktuell auf Grund der Pandemie gesellschaftlich heftig spürbare Veränderungen: Wir reisen weniger, haben weniger soziale Begegnungen (zumindest in beschränktem Rahmen), die Angst vor dem Virus oder das Leugnen des Virus haben teilweise Auswirkungen auf Freundschaften und führen zu Spaltungen in der Gesellschaft. Für uns als Menschen wurde das Leben aber auch schon vor der Pandemie anstrengender, unübersichtlicher, unkontrollierbarer. Das mögen wir nicht, daher beginnen wir,  uns mehr Komfortzonen und  Rückzugsräume zu schaffen. Wir sehnen uns nach emotionaler Geborgenheit – das gilt sowohl für zu Hause, für die Freizeit, aber auch für die Arbeitswelt.

Die neue Normalität hat auch positive Effekte: Viele Menschen empfinden es als Entschleunigung, dass sie nicht mehr so oft reisen müssen und digitaler arbeiten können. Fakt ist: Es wird für immer wichtiger, einen Arbeitgeber zu haben, der diesen Lebensstil unterstützt.

Menschen werden in Zukunft mehr Wert auf die Gestaltung von Arbeitsumgebungen sowohl bei ihrem Arbeitsgeber als auch in ihrem Homeoffice legen. Mit der Flexiblisierung von Arbeit wird sich auch Rolle des Büros ändern und in Zukunft ein Ort der Zusammenkunft sein und mehr eine soziale Aufgabe übernehmen.

 

Status Quo digitaler Zusammenarbeit

Die Voraussetzungen bei Unternehmen für digitale Zusammenarbeit sind sehr unterschiedlich, und genauso unterschiedlich kommen sie mit der aktuellen Krisensituation zurecht. Unterschiedliche Studien besagen, dass in Deutschland nur knapp 50% der Unternehmen die ausreichenden digitalen Fähigkeiten und digitale Arbeitsumgebungen haben. Entsprechend unterschiedlich war bzw. ist auch die Arbeitsfähigkeit in der aktuellen Situation.

Change erfordert eine aktive und bewusste Entscheidung, um eine Veränderung auf allen Ebenen zu erzielen. Die aktuelle Situation kann ein idealer Startschuss für eine bewusste Veränderung sein. Dafür ist es aber notwendig, zu erklären und zu unterstützen, damit diese erste kleine Veränderung auch positiv wahrgenommen wird. 

Wenn Arbeitsweisen und -strukturen eins zu eins aus der analogen Welt in die Digitale Welt übertragen werden, hat man nichts gewonnen. Denn Hierarchiedenken, Silo-Grenzen und Kontrollverhalten auf digitalem Weg umgesetzt, führen sogar dazu, Produktivität noch mehr zu reduzieren und enormen persönlichen Frust bei Mitarbeitern aufzubauen.

Die Rolle der Führungskräfte

Führungskräfte sind daher der Dreh- und Angelpunkt für einen langfristigen Erfolg der Veränderung zu neuen Arbeitsweisen. Sie werden auf diesem Weg als Coaches agieren müssen. Basis dafür sind die Awareness und der innere Wunsch, diesen Wandel wirklich umzusetzen. Denn gleichzeitig sind sie persönlich in ihrer eigenen Rolle und Arbeitsorganisation massiv vom Change betroffen. 

Mehr zum Erfolgsfaktor Führungkräfte erfahren Sie hier: Erfolgsfaktor Führungskraefte – so gelingt der Arbeitsweltwandel zu New Normal

Im Conversation Cafe des IOM Summit hat Tim Miksa, gemeinsam mit anderen Experten aus der Branche, zum Thema Führungskräfte und deren Enablement diskutiert. Die Aufzeichnung kann man sich hier anschauen: